Gasturbinen für das erneuerbare Stromnetz?
Seit geraumer Zeit habe ich den “Cleantech Ing” Newsletter von Rico Grimm abonniert (anonym via RSS, wie es ein Nerd so tut) und in seiner aktuellen Ausgabe hat er mit der Überschrift “Grüner Wasserstoff frisst Turbinen” einen Artikel bei “Ingenieur” verlinkt.
Dazu habe ich auf Mastodon kommentiert, was ich auch hier festhalten möchte:
Das Fraunhofer IWM hat ein Materialprüfverfahren entwickelt, um die Lebensdauer von Turbinenmetall mit Wasserstoff genauer vorherzusagen.
Was mich irritiert: der Autor sieht die wasserstofffähige Gasturbine als ein Muss für die Energiewende:
Denn klar ist: Die Energiewende braucht Gasturbinen. Und Gasturbinen brauchen Materialien, die Wasserstoff aushalten. Ohne diese Materialien bleiben „H₂-ready“-Gaskraftwerke ein theoretisches Konzept für die (ferne) Zukunft.
Ich sehe sie dagegen in Konkurrenz zur Brennstoffzelle, und damit nicht alternativlos. Diese hat eine höhere Stromausbeute und manche Modelle können auch als Elektrolyseur betrieben werden.
Die Dekarbonisierung braucht viel Wasserstoff - als Grundstoff für die chemische Industrie wird er heute klimaschädlich mit Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen – und großteils weiterverarbeitet u.a. zu Ammoniak oder Methanol, die sich leichter importieren lassen –, zur Direktreduzierung von Stahl ersetzt er den bisherigen Hochofenprozess mit Koks, daneben gibt es Hochtemperaturanwendungen, denen er als Brennstoff dient. Und für die “Dunkelflaute” soll er als Langzeitspeicher von Energie dienen. Zumindest einen Teil davon sollten wir inländisch erzeugen - also werden wir viele Elektrolyseure aufbauen, die beim weiteren Ausbau von Wind und Solar die Stromüberschüsse dankbar aufnehmen.
In der Dunkelflaute werden Elektrolyseure nicht laufen - also ideal, reversible Elektrolyseure/Brennstoffzellen dann als Stromerzeuger einzusetzen und einen Parallelaufbau von fürs Rumstehen bezahlten Gaskraftwerken zu unterlassen!
Während wie im Artikel gezeigt, wasserstofffeste Gasturbinen noch eine technische Herausforderung sind, gibt es reversible Brennstoffzellen bereits zu kaufen – ich verfolge da seit Jahren die Story von Reverion, der Webauftritt leider ganz entgegen meinen Präferenzen, aber der Inhalt spricht für sich: neben dem dunkelgrünen Container für Biogas (mit Carbon Capture, also CO2-Abscheidung) wurde in einer SPRIND-Förderung der weiße Container für reinen Wasserstoffbetrieb entwickelt.
Gibt es zu den Alternativszenarien separate Elektrolyseure und H2-Gaskraftwerke vs. reversible Brennstoffzellen vergleichende Studien?
(Falls ich eine Antwort finde, werde ich sie hier ergänzen.)
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